Portrait

Die AG Kognitive Psychophysiologie (Leiter: Frank Rösler) untersucht mit experimentalpsychologischen und bildgebenden Verfahren (Elektroenzephalogramm, funktioneller Kernspin), was das Gehirn tut, wenn Menschen denken, also wenn Menschen Sprache verstehen und produzieren, wenn sie Kopfrechenaufgaben lösen, Vorstellungsbilder über Objekte und räumliche Anordnung generieren, oder nach bestimmten Informationen im Gedächtnis suchen. Ziel ist es herauszufinden, welche Strukturen im Gehirn bei bestimmten Leistungen aktiviert werden, wie diese Strukturen miteinander interagieren und wie sich die an einer Leistung beteiligten Strukturen möglicherweise unter dem Einfluß der Erfahrung verändern. Die Forschungsarbeiten werden überwiegend mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt. 

Eine Übersicht zu diesem Forschungsansatz findet man z.B. in Rösler, F. & Heil, M. (1998): Kognitive Psychophysiologie. In: Ergebnisse und Anwendungen der Psychophysiologie. ( Rösler, F. (Ed.)) (Enzyklopädie der Psychologie.) Göttingen: Hogrefe, 165-224. Eine gute Einführung in das breitere Feld der Kognitiven Neurowissenschaften geben Gazzaniga, M.S., Ivry, R., & Mangun, G. R. (1998): Fundamentals of Cognitive Neuroscience, W.W. Norton.

Mit der Arbeitsgruppe assoziiert ist die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Emmy-Noether Programms geförderte Nachwuchsgruppe von Brigitte Röder, in der speziell die kortikale Plastizität bei Schädigungen des Nervensystems mit bildgebenden Verfahren untersucht wird. Erforscht wird u.a., wie sich Leistungen und die neuronalen Strukturen, die diese Leistungen erbringen, verändern, wenn z.B. ein Sinnessystem ausfällt; d.h. es geht z. B. um die Frage, ob und wie blinde Menschen den Verlust der Sehinformation kompensieren. Erwartet wird, dass sich die Forschungsergebnisse auch für die Rehabilitation von Patienten nutzen lassen. Einen Einstieg in die Thematik findet man in Röder, B., & Neville, H.J. (in press). Developmental plasticity. In: J. Grafman & I. Robertson (Eds.), Plasticity and rehabilitation. Handbook of Neuropsychology (Vol. 9). Amsterdam: Elsevier.

Die Arbeitsgruppe beteiligt sich am Lehr- und Forschungsschwerpunkt des Fachbereichs zum Thema “Experimental and Clinical Biopsychology - Biologische Psychologie und Neuropsychologie” 
(http://www.uni-Marburg.de/psychologie/Darstellung_ExpClinPsychol.htm)
 

 

 

 

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